Category Archives: etkbooks

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Ein Fonduekoch geworden sein (etkbooks 022)

9783905846225

Ein Fonduekoch geworden sein.

Erinnerungstexte
Elisabeth Wandeler-Deck

“Mit Kartoffelsalat
Bratwurstkranz mit Kartoffelsalat. Die Frau ist die Frau und das Mädchen ist schon eine Frau und plötzlich flammt es auf. Plötzlich ist ein Frauenleben plötzlich und wird zu einem Aufwischlappen und da steht ein Kessel voller Wasser aus Voraussicht. Zurück blieb ein schwarzer Fleck im Wachstuch im Holz des Tischblatts ein Erinnern ein Schämen ein Glück über dem Esstisch im Esszimmer war ein Adventskranz gewesen. Uns geht es gut.” (Klappentext)

Kochen & Speisen lässt sich unschwer allegorisch verstehen, wenn es zur poetischen Handwerklichkeit kommt. Elisabeth Wandeler-Decks kleine Formen beschäftigen sich allesamt mit Essbarkeiten, gleichzeitig aber auch mit erinnerter Einsamkeit und familialer Gemeinschaft. Sie untersuchen damit mögliche sprachliche und zeichenhafte Verwandtschaftsverhältnisse von Gerichten und Beziehungsvergangenheiten.

 

Januar 2013, 84 S., 19 x 12 cm, Klebebindung
ISBN: 978-3-905846-22-5, €14 / 17 SFr
Mit 16 Illustrationen von Georg Raabe
und Hartmut Abendschein

 

Texte: Grüner Kaffee / Ein Fonduekoch geworden sein, nachher

Basler Lyrikpreis 2013 für Elisabeth Wandeler-Deck (mehr …)

„Geschmack birgt Erinnerungspotenzial – nicht nur der einer in Tee getauchten Madeleine. Das schmale Bändchen mit den schönen »Pasta- Scanografien« benennt sechzig Gerichte, Getränke oder Desserts in kurzen Prosastücken, die alle auf eine Seite passen (…)“ Ruth Gantert, Viceversa 8, 2014

Tableau de Texte @ in|ad|ae|qu|at

In: „marque page(18. Ausgabe, 14.02.2014, Radio Rabe)

„Elisabeth Wandeler-Deck hat eine sehr schöne Form und Sprache für beide Themen gefunden, Essen und Familie. Und viel hineinverpackt zu Vanillekipferln, Loup de mer, Tafelspitz, Zuger Kirschtorte, Kleinem Gulasch oder Safranreis.“ Ingrid Fichtner

„Da habe ich ein sehr schönes und überaus witziges Buch erhalten. Die Spaghetti-Zeichnungen sind im Zusammenhang mit den Rezepten ebenfalls witzig. [Elisabeth Wandeler-Deck hat] wirklich ein Familienbuch geschrieben – darüber hinaus, dass es auch an ein Familienkochbuch erinnert.“ Zsuzsanna Gahse

Auszüge der Illustrations-Serie erschienen auch in: Salon Littéraire | sommerserie august : collyrae lucidae | Vom Leuchten der Nudeln 1 / 4 (in|ad|ae|qu|at, 4.8.2013ff.)

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Sundergrund (etkbooks 028)

9783905846287

Sundergrund.

Roman
Roland Reichen

Es sei halt auch eine blöde Situation gewesen damals, sagt der Fieder: Das Zeug schon in der Pumpi, die Pumpi schon im Fuss, und oben in der Pumpi, da schwamm auch schon das kleine, rote Blutfädeli; er hatte die Vene also endlich erwischt. Warum musste die Spritze da auch ausgerechnet in dem Moment verstopfen? Sicher, er hätte schon an die Hodleren seckeln können, um für eine frische Spritze zu lugen. Aber daran, da denkst du halt auch nicht, in einem settigen Moment. Und schon gar nicht, wenn es in einem Joghurtbecherli vor dir noch sechs andere Nadeln hat. Nur an einer war ja der Käfer. Es war dann halt einfach Pech. (Klappentext)

Sundergrund erzählt vom kurzen, irrwitzigen Leben eines Drogensüchtigen aus dem Berner Oberland. Fieder Kleinjenni wächst in prekären familiären Verhältnissen und einem engen, finsteren Tal auf. Er sucht nach Wärme und Geborgenheit unter den Menschen, stolpert dabei aber ein ums andere Mal – zum Schluss bekommt er noch nicht einmal ein anständiges Begräbnis. Kapitelweise sind dem Leben Fieders jene seiner Eltern und Grosseltern gegenübergestellt, die ihrerseits als Billigarbeiter ausgebeutet wurden und wenig zu lachen hatten. Sundergrund bildet so eine Chronik der Deklassierung. Der Roman erzählt von Menschen, die in den letzten hundert Jahren in der Schweiz unter die Räder gekommen sind, weil sie von Anfang an schlechte Karten hatten. Wie der Protagonist den gesellschaftlichen Normen nicht entsprechen kann, missachtet die Sprache des Romans die Normen des Standarddeutschen; in dessen Syntax sind immer wieder ungrammatische, dialektal geprägte Einschübe und Einsprengsel hineinmontiert.

 

Mai 2014, 168 S., 19 x 12 cm, Klebebindung
ISBN: 978-3-905846-28-7, €18 / 22 SFr

 


 

„‹Sundergrund› ist keine leichte Sommerlektüre», so der Theatermacher und Autor («Kanton Afrika»). Das Junkiemilieu, in dem Fieder verkehre, sei «das Gegenteil der iPhone-Welt». Und sein Leben eine rabenschwarze Geschichte.“ In: Berner Zeitung, 02.7.2015

“Er will, dass die Sprache «scheppert»” Rez. von Alexander Sury in: Der Bund, 23.6.2015

Literaturpreis des Kantons Bern 2015, 26.05.2015

„Keine Spur von Bergromantik: Zwei Schweizer Romane über das Leben im Voralpengebiet“. In: Radio SRF 2, Reflexe, 28.1.2015

Reichen und Abt (Gitarre) am Gartenfestival

Buchvernissage: 19. Juli 2014, Bern, Café Kairo (Gartenfestival). // 27. August (20 Uhr) Lesung mit Matto Kämpf in der Bibliothek Spiez. Weitere Lesungen aus „Sundergrund“ mit Hybrido Unreim.

“Wenn die Sätze explodieren.” Rez. von Benedikt Sartorius in: WOZ, 28.8.2014

„Fieders Passionsweg von der Wiege bis zur Bahre“. Rez. von Alexander Sury in: Der Bund, 20.6.2014

„«Sundergrund» ist ein starkes Stück Literatur, das nüchtern-ironisch beschreibt, ohne anzuprangern.“ Rez. von Carolina Bohren in: Berner Zeitung, 18.7.2014

„Reichens Text verwendet den Dialekt, ohne jemals in Heimattümelei abzurutschen – ein schmaler Pfad, auf dem sich der Autor dieses bemerkenswerten Experiments in schlafwandlerischer Sicherheit bewegt.“ Charles Lewinsky

„Ein Blümli, wo verdorrt.“. Rez. von Gisela Feuz in: KulturStattBern, 16.7.2014

„Das Krutzhüttli – Generationen auf Schwemmland“ Rez. in: nahaufnahmen, 24.9.2014

„Heavy Metal und Melancholie“. Roland Reichen und Patrick Abt am Gartenfestival: Bund-Blog, 20.7.2014

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Giacomo Joyce (etkbooks 025)

9783905846256

Giacomo Joyce.

Notate
James Joyce
Mit zwei Aneignungen ins Deutsche
von Alban Nikolai Herbst
und Helmut Schulze

Die Notate des „Giacomo Joyce“ entstanden in Triest wahrscheinlich um 1914/15. Sie sind das poetische Protokoll eines verbotenen Begehrens und wurden zurückgehalten; einzelne Formulierungen flossen aber deutlich in Joyces berühmten Roman „Ulysses“ ein. Fünfundvierzig Jahre nach Klaus Reicherts Übersetzung von 1968, die unmittelbar auf Richard Ellmanns Freigabe der Originaltexte folgte, legen Herbsts und Schulzes „Aneignungen“ überraschend neue Interpretationen des Protokolls dieser innigen und doch hoch skrupulösen, weil „inkorrekten“ Leidenschaft vor. (Klappentext)

 

„My words in her mind: cold polished stones sinking through a quagmire.” [JJ]
„Eine Spätzin unter den Wagenrädern Dschagganaths, des bebenmachenden Erschütterers der Welt. Sei ihr freundlich, Masser Gott, gròsser Masser Gott!“ [ANH]
„Eulenaugen, neunmalklug. Eulenklugheit starrt aus ihren Augen, die sich bei ihrer Summa gegen die Heiden ganz auf die Neunerprobe verlassen.“ [HS]

 

September 2013, 72 S., 19 x 12 cm, Klebebindung
ISBN: 978-3-905846-25-6, €12 / 15 SFr

 

Die Aneignungen des Giacomo Joyce entstanden in enger Zusammenarbeit, deren ersten Ergebnisse in Die Dschungel.Anderswelt öffentlich diskutiert wurden.

„(…) Bemerkenswert die unterschiedlichen Versionen von «adultery of wisdom». Herbst interpretiert auf den ersten Blick plausibler. Es ist Giacomo, der betrügt, und Herbst führt die «Weisheit» dann in die Kulturgeschichte zurück. Schulze geht weiter weg: Bei ihm betrügt die «wisdom» als ein falsches Orakel. Einen Sieger gibt es da natürlich nicht.“ (Rez. von Stefan Howald in: WOZ, 7.11.2013)

Helmut Schulze liest aus Giacomo Joyce:

 

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Punk Pygmalion (etkbooks 026)

9783905846263

Punk Pygmalion.

Roman in Briefen
Jutta Pivecka
Mit Illustrationen der Autorin

„You´re making it up“, sagte B., als ich versuchte ihm die Geschichte zu erzählen. Also schwieg ich. Dabei ist dies eine der wenigen wahren Geschichten, die ich erzähle. Eben deshalb wirkt sie erfunden.

Ich traf ihn im Sommer 1983 in Berlin. Er war ein Steinmetz aus Aarhus in Dänemark. Wir stießen auf eine Leiche, die in einen Müllsack verpackt im Landwehrkanal trieb. Wir liebten uns unter einem Eisenbahnviadukt. Man sieht sofort, warum B. diese Geschichte für eine – schlechte – Erfindung hält. Ein Mann mit riesigen Pranken, der Grabsteine haut. Eine Leiche, die im Landwehrkanal treibt. Liebe machen im Rhythmus der Züge. „Der Tod und das Mädchen“. Es ist einfach zu perfekt. Sagte B. Aber genau so war es.  (Klappentext)

Beinahe erinnern die Liebesbriefe an ihre Freundin Emmi aus den 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts, die M. in ihrem heimlich betriebenen Blog veröffentlicht, in ihrer Unbedingtheit des Gefühls an Briefromane aus einer Zeit der Empfindsamkeit. Damals allerdings stellten sich Erzählung und Erzähler nicht selbst in Frage. Heutzutage sind gefakte Facebook-Profile, falsche Wikipedia-Einträge, und gefälschte Webseiten mit wenigen Klicks zu erstellen. Avatare behaupten, literarische Figuren zu sein und umgekehrt. Was scheinbar harmlos als Wiederbelebung einer alten Liebe anfängt, wird zu einer tragischen Geschichte um Liebe, Freundschaft und Verrat.

 

Februar 2014, 176 S., 20.5 x 13.7 cm, Klebebindung
ISBN: 978-3-905846-26-3, €18 / 22 SFr

 

Ebenfalls über den Verlag zu bestellen ist diese SONDERAUSGABE (limitiert, handsigniert und Leinen gebunden, 50€) mit zwei zusätzlichen Texten von Jos Diegel über Jutta Pivecka bzw. Jutta Pivecka über Jos Diegel. Mehr …

Mehr: Im Weblog von Jutta Pivecka

„Pygmalion adé? Keineswegs, die Kraft des künstl(er)i(s)chen Schaffens erhält lediglich ein anderes Medium. Das Erzählen der Herausgeberin scheint nun mit jener göttlichen Kraft der belebenden Verwandlung begabt zu sein, wenn Emmi sie zur „Komplizin“ macht, „die die Geschichte umschreibt, auf ein anderes Ende und einen neuen Anfang hin. […] Mach weiter! Schreib uns ein Happy End.“ (31) – So wird M.s Schreiben der Wirklichkeit vorgängig, wird sie zum Punk Pygmalion, doch: Ihr Schreiben beruht ja wesentlich auf Lesen, auf dem vermeintlich schon Gewussten. Sie liest Emmis Briefe, präsentiert sie – bearbeitet, kommentiert …“ Aus: Jost Eickmeyer: Gleisdreieck. Jutta Piveckas Roman­debüt Punk Pygmalion. In:  DIE WIEDERHOLUNG Zeitschrift für Literaturkritik 01. 11/2015

“Alles stimmt. Alles passt. Die Ebenen passen zum Erzählten. Das ist wunderbar. So mag selbst ich Briefromane lesen.” Leander Sukov In: Literaturglobe, 19.8.2014

Punk Pygmalion ist ein gekonnt inszeniertes Spiel mit Fiktion und Wahrheit, mit Erzählen und Erleben.” In: der Freitag, 14.5.2014

“Punk Pygmalion spielt mit den unterschiedlichen Ebenen der Wahrnehmung, verweigert sich aber endgültigen Antworten. Wer diese Grundhaltung teilt, wird mit einer spannenden, geschickt konstruierten Geschichte belohnt, die gerade weil sie so unwahrscheinlich ist, unwahrscheinlich viel Spaß macht.” In: litoff, 18.5.2014

Punk Pygmalion ist ein stofflich sehr reicher Roman, der wie mit leichter Hand ein klug komponiertes Gemisch unterschiedlicher Erzähltechniken anwendet.” In: Der Bücherblogger, 15.3.2014

“Punk Pygmalion ist ein großartiger Roman, er ist sehr besonders durch die Art seiner Entstehung, befriedigend in seiner Klugheit wie in seiner Rätselhaftigkeit.” In: Blütenblätter, 9.2.2014

“Binge-Reading Punk Pygmalion.” In: Antje Schrupp, 15.2.2014

“Jutta Piveckas Projekt ist experimenteller, verwirrender, vielschichtiger und für alle Interessierten, die wissen wollen, was im Netz alles möglich ist, das dann zu Papier wird, sehr empfehlenswert.” In: literaturgeflüster, 21.2.2014