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Sundergrund (etkbooks 028)

9783905846287

Sundergrund.

Roman
Roland Reichen

Es sei halt auch eine blöde Situation gewesen damals, sagt der Fieder: Das Zeug schon in der Pumpi, die Pumpi schon im Fuss, und oben in der Pumpi, da schwamm auch schon das kleine, rote Blutfädeli; er hatte die Vene also endlich erwischt. Warum musste die Spritze da auch ausgerechnet in dem Moment verstopfen? Sicher, er hätte schon an die Hodleren seckeln können, um für eine frische Spritze zu lugen. Aber daran, da denkst du halt auch nicht, in einem settigen Moment. Und schon gar nicht, wenn es in einem Joghurtbecherli vor dir noch sechs andere Nadeln hat. Nur an einer war ja der Käfer. Es war dann halt einfach Pech. (Klappentext)

Sundergrund erzählt vom kurzen, irrwitzigen Leben eines Drogensüchtigen aus dem Berner Oberland. Fieder Kleinjenni wächst in prekären familiären Verhältnissen und einem engen, finsteren Tal auf. Er sucht nach Wärme und Geborgenheit unter den Menschen, stolpert dabei aber ein ums andere Mal – zum Schluss bekommt er noch nicht einmal ein anständiges Begräbnis. Kapitelweise sind dem Leben Fieders jene seiner Eltern und Grosseltern gegenübergestellt, die ihrerseits als Billigarbeiter ausgebeutet wurden und wenig zu lachen hatten. Sundergrund bildet so eine Chronik der Deklassierung. Der Roman erzählt von Menschen, die in den letzten hundert Jahren in der Schweiz unter die Räder gekommen sind, weil sie von Anfang an schlechte Karten hatten. Wie der Protagonist den gesellschaftlichen Normen nicht entsprechen kann, missachtet die Sprache des Romans die Normen des Standarddeutschen; in dessen Syntax sind immer wieder ungrammatische, dialektal geprägte Einschübe und Einsprengsel hineinmontiert.

 

Mai 2014, 168 S., 19 x 12 cm, Klebebindung
ISBN: 978-3-905846-28-7, €18 / 22 SFr

 


 

„‹Sundergrund› ist keine leichte Sommerlektüre», so der Theatermacher und Autor («Kanton Afrika»). Das Junkiemilieu, in dem Fieder verkehre, sei «das Gegenteil der iPhone-Welt». Und sein Leben eine rabenschwarze Geschichte.“ In: Berner Zeitung, 02.7.2015

“Er will, dass die Sprache «scheppert»” Rez. von Alexander Sury in: Der Bund, 23.6.2015

Literaturpreis des Kantons Bern 2015, 26.05.2015

„Keine Spur von Bergromantik: Zwei Schweizer Romane über das Leben im Voralpengebiet“. In: Radio SRF 2, Reflexe, 28.1.2015

Reichen und Abt (Gitarre) am Gartenfestival

Buchvernissage: 19. Juli 2014, Bern, Café Kairo (Gartenfestival). // 27. August (20 Uhr) Lesung mit Matto Kämpf in der Bibliothek Spiez. Weitere Lesungen aus „Sundergrund“ mit Hybrido Unreim.

“Wenn die Sätze explodieren.” Rez. von Benedikt Sartorius in: WOZ, 28.8.2014

„Fieders Passionsweg von der Wiege bis zur Bahre“. Rez. von Alexander Sury in: Der Bund, 20.6.2014

„«Sundergrund» ist ein starkes Stück Literatur, das nüchtern-ironisch beschreibt, ohne anzuprangern.“ Rez. von Carolina Bohren in: Berner Zeitung, 18.7.2014

„Reichens Text verwendet den Dialekt, ohne jemals in Heimattümelei abzurutschen – ein schmaler Pfad, auf dem sich der Autor dieses bemerkenswerten Experiments in schlafwandlerischer Sicherheit bewegt.“ Charles Lewinsky

„Ein Blümli, wo verdorrt.“. Rez. von Gisela Feuz in: KulturStattBern, 16.7.2014

„Das Krutzhüttli – Generationen auf Schwemmland“ Rez. in: nahaufnahmen, 24.9.2014

„Heavy Metal und Melancholie“. Roland Reichen und Patrick Abt am Gartenfestival: Bund-Blog, 20.7.2014

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Schellendiskursli / Schellenexkursli (etkbooks 024)

9783905846249

Schellendiskursli / Schellenexkursli.

Eine poetische Analyse des “Schellenursli”
mit einem Kommentaressay
und zahlreichen Illustrationen
sowie einem Nachwort von Elisabeth Wandeler-Deck
von Hartmut Abendschein

Das bekannte Kinderbuch „Schellenursli“ (Carigiet / Chönz, 1945) geniesst in der Schweiz Kultstatus. Dabei wird es, seit seiner Publikation, weitgehend kritikfrei als Kanoniker und Identitätstext durch die Jahrzehnte gereicht.

Zum bald 70. Geburtstag möchte sich „Schellendiskursli / Schellenexkursli“ diesem Text in experimenteller, poetischer Weise nähern und Probleme und die Vielschichtigkeit der darin versammelten, diskursiven Einlassungen im Bild und Text untersuchen. Dabei geht es nicht alleine darum, beispielsweise – aus heutiger Sicht – neoliberale Ideologeme zu markieren und zu stigmatisieren. Vielmehr durchziehen Bild und Text multiple Diskursaussagen, die breite Wissensfelder der Theologie, Psychoanalyse, Ökonomie, Philosophie, Sexualität, Literatur etc. berühren: „Schellendiskursli / Schellenexkursli“ greift diese auf und dekonstruiert sie zu einem komplexen, assoziativen Gewebe, das neue Zugänge legen soll.

zur tagesrückzeit nacht das dorf
der mensch schläft was sich nun bewegt
ist die natur spürt spuren auf zäsuren
noch bevor es dazu menschelt fragt sich
was hat ursli was der neue glocken
mensch verloren neben unschuld para
dies ursprünglichkeit und gartenzaun der kindheit
aufgegangner mond erkenntnis zugewinnt
den adam eva kleist motor er rattert
schon das dorf liegt noch in blindheit

(Klappentext)

Juli 2013, 92 S., 13,7 x 13,7 cm, Klebebindung
ISBN: 978-3-905846-24-9, €14 / 17 SFr
Mit 20 Kinderzeichnungen zu “Schellenursli”

 

 

Leseprobe / Mehr: http://de.wikipedia.org/wiki/Schellenursli

„Oft sind es dabei gerade die Nebenbemerkungen, die scheinbar kleinen Texte, die Verdrängtes zutage fördern: Experimente wie Hartmut Abendscheins Schellendiskursli (2013), das spielerisch das Bündner Kinderbuch als die neoliberale Schule der Nation zu entziffern versucht (…)“. Philipp Theisohn in: „Die Rückeroberung“, Die Zeit (3), 15.1.2015

“Ein grandioser wissenschaftlicher Ulk auf höchstem Niveau!” (Rez. von Stefan Howald in: WOZ, 5.9.2013)

“Nicht nur Linguisten und Sprachwissenschaftler werden ihre Freude am Buch haben, sondern auch generell Interessierte an der Materie und Menschen, die Texte kritisch hinterfragen. Zudem eignet sich „Schellendiskursli / Schellenexkursli“ auch als Lehrbuch darüber, wie man Texte zerlegen und analysieren kann.” nahaufnahmen, 24.08.2013

“Was für ein kluger, poetischer, lieber und ironischer Text! … Die Erfindung der ‘Poetischen Diskursanalyse’ …” Renate Giacomuzzi, Innsbrucker Zeitungsarchiv, Institut für Germanistik

“Die Härte der Glockenzone – eine Schelle” in: Salzkristalle und Trüffelpilze, 2.7.2013

Beitrag und Interview in “Subkutan” Radio RaBe, 3.7.2013

Ausserdem:
Kombi-Angebot:
1x Schellendiskursli + 1x Schellenursli (Mini-Edition: 9.5×7.5 cm, Br) = €18 / 22 SFr

 

 

Supplement-Katalog: The Bellbox Archives (Schellenböxli 1-10, Guckkasten-Assemblage). 12 S. in Farbe, limit. Aufl. (50 Expl.), 6 SFr / 5 Eur. Mehr …